Sant Joan de Labritja

Sant Joan de Labritja ist auf Ibiza in vielerlei Hinsicht eine besondere Gemeinde. So bilden die sieben Ortschaften (Sant Miquel de Balansat, Sant Llorenç, Sant Joan de Labritja, Cala de Portinatx,Sant Vicent de sa Cala, Cala de Sant Vicent, Port de Sant Miquel), die unter diesem Namen zusammengefasst sind, die kleinste Gemeinde der Insel. Politisches Zentrum ist das Dorf Sant Joan de Labritja, das der gesamten Gemeinde, die im Norden von Ibiza liegt, auch ihren Namen gegeben hat. Bei Touristen wird Sant Joan vor allem deshalb sehr geschätzt, weil die Ortschaften fast direkt am Meer liegen, relativ ruhig sind und man sie dennoch problemlos erreicht, denn die Gemeinde ist nur 28 Kilometer vom Inselflughafen entfernt.

Ein Zeugnis der Kultur: Die Geschichte von Sant Joan de Labritja
Auf Ibiza leben inzwischen seit 7000 Jahren Menschen. Dabei erlebte die Insel einen multikulturellen Einfluss, denn sie stand zwischenzeitlich unter römischer, byzantischer, muslimischer und schließlich spanischer Herrschaft. Die Region, in der heute Sant Joan de Labritja liegt, wurde deshalb überwiegend militärisch genutzt, um die Insel gegen Invasoren verteidigen zu können. Davon zeugen bis heute zwei mächtige Verteidigungsanlagen, die zum kulturellen Vermächtnis von ganz Ibiza gehören. Der „Molar Turm“ wurde 1763 fertigstellt und sollte vor allem die Küste absichern. Fast zeitgleich nahm auch der im Landesinneren gelegene „Portinatx Turm“ seine Arbeit auf, der ebenfalls dafür gedacht war, die Region „zu beschützen und zu kontrollieren“.

Weniger gewalttätige Zeugnisse der Vergangenheit des Ortes, der erstmals 1842 in den offiziellen spanischen Zensuslisten auftaucht, bilden die Mauern und Bewässerungsanlagen, deren Ruinen bis heute gut zu sehen sind. Lange bevor die Touristen kamen, mussten sich die Menschen mit Landwirtschaft am Leben halten und bauten deshalb einige Mauern, um ihre Grundstücke abzutrennen und nutzten Bewässerungsanlagen, um auf diese Weise dafür zu sorgen, dass der eigene Grundbesitz stets mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wurde. Denn die vielen Sonnenstunden, welche die Besucher heute erfreuen, bedeuteten in der Vergangenheit ein Problem: Es fehlte an Wasser.

Touristen retten die Gemeinde
Ausländische Gäste sind bis heute sehr willkommen in Sant Joan de Labritja, was nicht nur daran liegt, dass der Ort bis heute international geprägt ist. Denn die Touristen retteten die Gemeinde in den 90er Jahren vor dem Zerfall, da die Bevölkerungszahl zuvor immer weiter zurückgegangen war. Doch mit dem Beginn des Massentourismuses auf Ibiza kamen auch mehr Menschen in den Norden. Neue Arbeitsplätze entstanden und die Ortschaften wuchsen wieder. So kann die Gemeinde heute nicht nur mit wunderschöner Natur, mehreren Stränden und beeindruckenden historischen Zeugnissen, sondern auch mit einer überaus gastfreundlichen Bevölkerung überzeugen.